Vorlesungen und eLearning

Die Uni … Vorkurse, Übungen, Seminare, Vorlesungen und kaum eLearning. Der Austausch von Wissen und das Streiten über unterschiedliche Ansichten. Es gibt Fakten darüber gilt es nicht zu streiten, es gibt aber auch Theorien, die zu den unterschiedlichsten Ideen und neuen Erkenntnissen führen. 

Und dann gibt es noch Vorlesungen …

Ich erinnere mich noch heute an meine „schlimmste“ Vorlesung an meiner Alma Mater: Der römische Prinzipat – von Commodus bis Augustus. Nahezu alle Studierende beschäftigten sich in der dreistündigen Pflichtveranstaltung mit – für sie – wichtigeren Themen. Meine Kommilitonen und ich schrieben abwechselnd mit und erledigten in der Zeit Aufgaben für andere Kurse. Hätten wir uns damals durch eLearning individueller auf die Inhalte vorbereiten können, wären die Vorlesungen vielleicht spannender gewesen.

Lassen wir das Thema der Vorlesung einmal außer acht und beschäftigen wir uns kurz mit der Etymologie der Vorlesung. Die Idee der Vorlesung kommt aus einer Zeit, in der es weder Buchruck noch Alphabetisierung gab. In dieser Zeit laß ein Schriftkundiger anderen aus einer der wenigen Schriften vor. Soweit eigentlich eine geniale Idee. 

Warum aber treffen sich im 21. Jahrhundert immer noch hunderte Studierende an einem Ort und hören passiv zu, anstatt aktiv zu diskutieren? Warum nutzen Lehrende nicht effizienter die Möglichkeiten des eLearning und nehmen ihre Vorlesungen auf, verfassen Texte oder erstellen Videos? Natürlich müssen auch Grundlagentexte gelesen und verstanden werden, aber warum nicht einmal noch einen Schritt weiter gehen und interaktive Lernarrangements wie kollaborative Aufgaben oder ein Quiz implementieren? Hierfür gibt es leider nur ein Wort: Ressourcenverschwendung.

Dabei könnte eine effizientere digitale Hochschuldidaktik ungeahnte Potentiale wecken. Vorab aufgezeichnete Vorlesungen ermöglichen es den Studierenden sich in ihrer Freizeit individuell vorzubereiten. Fragen und Ideen zu entwickeln und diese zur nächsten Veranstaltung mitzubringen und dort zu diskutieren. Denn wann sonst treffen sich an einem Ort, zu einer Uhrzeit so viele Menschen mit dem gleichen Interesse? 

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