Was ist eigentlich Blended Learning?


Richtig angewandt ist Blended Learning ein tolles Lernangebot. Nutzer können in ihrem eigenen Tempo Inhalte erarbeiten, wo sie wollen und wann sie wollen. Haben sie einmal keine Zeit zu Präsenzveranstaltungen zu kommen, bereiten sie die Themen vor oder nach. 

Das setzt aber auch einen Lerner voraus, der über ein gutes Fähigkeitenselbstkonzept und Zeitmanagement verfügt. Ich habe in der Vergangenheit leider zu oft gesehen, dass einzelne Lerntypen schon früh den Anschluss verpassten, weil sie sich und den Kursinhalt völlig falsch einschätzten. 

Worauf müssen Lerner beim Blended Learning achten?

  • Lerner müssen genaue Vorstellungen davon haben, welcher Lerntyp sie sind. Der Nutzer sollte daher ein Angebot auswählen das ihm den leichtesten Zugang bietet (Podcasts, Folien, Ebooks, Videos etc.)
  • Inhalte müssen auch tatsächlich erarbeitet werden. Wenig Präsenzstunden bedeuten nicht, dass der Kurs auch wenig Arbeitsaufwand bedeutet. Lerner müssen akzeptieren, dass nur sie allein für den Lernerfolg verantwortlich sind.
  • Präsenzstunden stehen im Vordergrund und werden durch eLearning unterstützt. Sie dienen dem Austausch von Ideen und Fragen und nicht der erstmaligen Beschäftigung mit dem Lernobjekt. 
  • Technische Probleme müssen eingeplant und gelöst werden. 

Das mag blöd klingen, aber zu oft scheitert das digitale Lernen am Lerner.  Dabei ist es beim Blended Learning wie beim Sport: Je mehr man trainiert desto besser wird man. Umgekehrt bedeutet es, dass fehlendes Training nicht an zwei, drei Tagen nachgeholt werden kann. 

Worauf müssen Lehrende beim Blended Learning achten?

  • Die Kursstruktur planen und deren Vor- und Nachteile kennen:
  • Wie soll die prozentuale Verteilung von Präsenzstunden und selbständigem Lernen aussehen? Die gute Nachricht: laut aktuellem Diskurs ist die Verteilung der Online-Offline Zeit nicht das entscheidende Kriterium für den Lernerfolg. 
  • Möchte ich den Lernenden möglichst viel Autonomie geben? Dann ist das selbstgesteuertes eLearning eine Option. Will ich feste Termine anbieten und eine möglichst große Gruppe erreichen? Dann könnte Live-Learning die Antwort sein. Die Liste ließe sich an dieser Stelle beliebig weit fortsetzen…
  • Inhalte werden idealerweise durch verschiedene Medien angeboten. Videos, Texte, Podcasts usw.
  • Klassische Methodenwechsel und unterschiedliche Sozialformen bleiben auch beim Blended Learning ein muss. 
  • Beim Blended Learning entfällt der regelmäßige persönliche Austausch zwischen Lernenden und Lehrenden. Letzte sollten daher neue Interaktionsformen für sich entdecken. Warum nicht einfach mal eine WhatsApp Gruppe gründen und dort für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen? 
  • Kontrollverluste einplanen. Ohne direkte Interaktion mit den Lernenden entfällt die Möglichkeit Lernrückstände rechtzeitig zu erkennen. Gleichzeitig sollte man technisch stets auf dem neusten Stand sein und Probleme selbst lösen können. 
  • Risikobereit sein und klare Ziele verfolgen. Autorentools kosten teils sehr viel Geld – welche brauche ich überhaupt? 
  • Zeitmanagement beachten. Onlineangebote vorzubereiten benötigt meist mehr Zeit als eine klassische Stundenvorbereitung. Andererseits ist einmal erstellter Content immer wieder nutzbar. 

Fazit: als Mischprodukt aus klassischem Präsenzunterricht und Onlinekurs kann man beim Blended Learning also viel falsch machen. Ich habe daher versucht die, für mich, wichtigsten Punkte einmal aufzuzählen.

Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr ähnliches erlebt?

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