Didaktisches Design und eLEARNING

Im diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, was didaktisches Design ist und warum eLearning davon profitiert.

Didaktik in der klassischen Lehre

Niemand stellt sich ernsthaft die Frage, wozu Lehrer didaktisch ausgebildet sein müssen. Didaktik und Lernen sind nicht voneinander zu trennen. Erfolgreiche Lernprozesse sind das Ergebnis wissenschaftlicher Theorien und deren praktischer Umsetzung durch (pädagogische) Fachkräfte. Der didaktische Unterbau im Lehr- und Lernbereich ist allgemein akzeptiert und wird von jeder Lehrperson erwartet.

Lehrer konzipieren Unterricht sowie Lehrabfragen und stimmen diese auf die Bedürfnisse der Lernenden ab. Hierfür suchen sie zielgerichtet Lernmaterial, das sie anschließend bedarfsgerecht aufbereiten. Sie kennen ihre Lerngruppen und damit auch deren individuelle Stärken und Defizite, die sie wiederum durch Binnendifferenzierung ausgleichen. Gleichzeitig gehen sie individuelle Lehrer-Schüler-Beziehungen ein und bestimmten somit ebenfalls den Lernerfolg.

Während die didaktische Aufbereitung und Vermittlung von Wissen somit kaum in Frage gestellt wird, verhält es sich anders wenn es um eLearning und didaktisches Design geht.


Didaktisches Design – was ist das?

Didaktisches Design geht davon aus, dass Wissen bedarfsorientiert aufbereitet werden muss, um Lernprozesse anzuleiten und Lernerfolg zu garantieren. Gleichzeitig steht es für die wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung von didaktischem Design und Wissenstheorie – deren tiefere Diskussion ich hier jedoch aussparen möchte.

  • Die klassische Lerntheorie

– geht davon aus, dass Wissen durch einen Lehrer und Lehrinhalt übertragen und durch den Lerner gelernt wird. So einfach funktioniert Lernerfolg …

  • Didaktisches Design 

– geht weniger von einer reinen Wissensübertragung aus, sondern von deren Transformation. Lehrinhalte werden durch Experten bedarfsorientiert aufbereitet und durch verschiedene Medien (Text, Video, Podcast, Übungen, Tests etc.) bereitgestellt. Das Medium wiederum transportiert kein Expertenwissen (wie auch?), sondern regt zur Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt an. Gleichzeitig werden die Lerner – je nach Bedarf – stärker oder schwächer angeleitet.

Didaktisches Design ist aufwendig und verlangt – richtig umgesetzt – aufwendige Analysen und Evaluationen. Daher wird es in der digitalen Lernwelt  gerne ignoriert. Viele eLearning Plattformen und Apps beschränken sich darum lediglich darauf Material bereitzustellen. Je mehr – desto besser. Die Aufbereitung dieses eContents besteht meist aus verschiedenen Lernobjekten, die mal mehr und mal weniger didaktisch aufbereitet sind. Dabei bleiben die Bedürfnisse der Lernenden oft auf der Strecke …


Fazit: Didaktisches Design und eLearning

Erfolgreiches eLearning setzt eine hohe Selbstdisziplin und Motivation der Lernenden voraus. Im Gegensatz zu Disziplin schwankt die Lernermotivation teils erheblich und ist nachweislich von inneren und äußeren (also intrinsischen und extrinsischen) Faktoren beeinflusst.

Egal ob Blended Learning, Microlearning oder andere – ohne die Aktivierung von Lernprozessen bleibt der Lernerfolg aus. Lernprozesse hingehen werden aber erst dann selbstständig aktiviert, wenn das Lernmaterial den Bedürfnissen der Lernenden entspricht – inhaltlich und gestalterisch.

Aus meiner eigenen Berufspraxis kann ich bestätigen, dass auch das beste Lernmaterial nicht zum Erfolg führt, wenn es nicht gestalterisch aufbereitet wird. Erfolgreiches eLearning verlangt auch didaktisches Design.

 

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