Gamingskills als Bewerbervorteil

Was auf den ersten Blick vielleicht merkwürdig klingt, ist inzwischen eine durchaus relevante Kompetenz auf dem Arbeitsmarkt geworden: Erfahrungen im Spielen von Videogames – oder auf neudeutsch: Gamingskills.

Neben den „greifbaren“ Kompetenzen u. a. in Form von Arbeitgebern, Verantwortungsbereichen, Fakturierung und den gängigen Softskills, nimmt der Stellenwert der praktischen sowie außerberuflichen Erfahrungen einen immer höheren Stellenwert ein. Warum auch nicht!?

Seit 2013 hat die durchschnittliche Entscheidungszeit in Bewerbungsverfahren die 23 Tage-Grenze überschritten. Das liegt unter Anderem daran, dass

  • Unternehmen sich mehr Zeit lassen geeignete Kandidaten zu finden,
  • es einen spürbaren Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt gibt,
  • Softskills einen immer höheren Stellenwert einnehmen und deren Validierung immer aufwendiger wird.

Da inzwischen fast jedes Unternehmen an der digitalen Transformation teilnimmt (oder sich damit auseinandersetzen sollte …), ändern sich auch die Anforderungen am Arbeitsmarkt. Bleiben wir beim Beispiel der digitalen Transformation: Der digitale Übergang bedeutet für Personaler ‚New Work‘ in bestehende Unternehmenskulturen zu integrieren und neue Potentiale zu erkennen. Eines dieser neuer Potentiale sind Gamingskills.


Gamingskills – Warum?

Videogames erfordern verschiedene Kompetenzen: Engagement, Strategie, Vorstellungskraft, Initiative, Innovation, Kooperation, Neugier und vieles mehr. Warum sollten Unternehmen diese Potentiale also nicht nutzen? Das grundlegende Problem ist, dass Gamingskills als Softskills bislang kaum erkannt und genutzt werden. Dabei ist unter Mediendidaktikern und Pädagogen seit langem bekannt, dass Lernerfolg auf drei Säulen basiert: Anwenden, Beobachten und Wiederholen/Üben. Gamingskills und Gamification decken genau diese drei Bereiche ab und darüberhinaus praxisorientiert. Warum sollte man dieses Potential also nicht nutzen?

Vielleicht ist es bald so einfach, dass Architekten demnächst Kandidaten einstellen, die hunderte Stunden in Minecraft oder den Sims verbracht haben. Die Bundeswehr Bewerber einlädt, die unzählige Trophäen in Flugsimulationen erhalten haben und so weiter …

Warum nicht?

You may also like

Comments are closed.

More in AR/VR/MR